Bevor wir uns zum ersten Mal hören, gehst du wahrscheinlich gerade jeden Worst Case durch. Was muss ich erzählen? Wird das peinlich? Werde ich zu etwas überredet, das ich gar nicht will? Und kostet das am Ende doch was?

Ich verstehe das. Wenn ich vor einem Termin bei einem mir fremden Menschen sitzen würde, der angeblich „in meinen Kopf" schaut, hätte ich auch hundert Fragen. Deshalb mache ich es transparent. Hier ist genau, was bei mir im Erstgespräch passiert, und was nicht.

Vor dem Termin

Du buchst online über Calendly. 30 Minuten, kostenlos, telefonisch oder per Video, wie du magst. Mehr ist erstmal nicht zu tun. Kein Vorab-Fragebogen, keine ellenlange Anmeldung, kein „Bitte beschreiben Sie Ihr Problem in maximal 500 Zeichen".

Was du vorher tun kannst, aber nicht musst: einmal kurz die Scorecard ausfüllen. Das sind 12 Fragen, 2 Minuten, und sie helfen mir, schon mit einem Bild im Kopf in das Gespräch zu gehen. Falls du das nicht magst, ist auch das in Ordnung. Wir fangen dann eben bei null an.

Eltern, die wegen ihres Kindes anrufen, frage ich vorher nichts weiter ab. Es bringt nichts, eine Geschichte zweimal zu erzählen, einmal in einem Formular, einmal am Telefon.

Die ersten Minuten

Ich melde mich pünktlich. Falls du nervös bist, sage ich das, was ich immer sage: Du musst nichts „können", nichts „richtig" machen. Es ist ein Kennenlerngespräch, keine Prüfung.

Dann frage ich dich drei Dinge. Sehr direkt, ohne Smalltalk-Runden.

Diese drei Fragen stelle ich immer

  • Was ist gerade los? Ohne Filter. Erzähl mir, was dich oder dein Kind aktuell wirklich beschäftigt.
  • Seit wann ist das ein Thema? Wochen, Monate, Jahre? Hat etwas Bestimmtes es ausgelöst oder ist es einfach gewachsen?
  • Was hast du schon probiert? Apps, Verbote, Gespräche, andere Therapeuten, YouTube-Videos. Alles zählt. Ich will keine Zeit damit verschwenden, dir etwas vorzuschlagen, das nicht funktioniert hat.

Danach habe ich meistens schon ein klares Bild. Nicht weil ich besonders schlau bin, sondern weil ich diese Muster jeden Tag sehe. In 80 Prozent der Fälle weiss ich nach 10 Minuten, ob ich der Richtige bin oder nicht.

Was ich in diesen 30 Minuten nicht tue

Ich hypnotisiere dich nicht. Das wird oft gefragt, deshalb sage ich es vorab: Im Erstgespräch passiert keine Hypnose. Keine Trance, keine Suggestion, keine geschlossenen Augen. Das ist ein normales Gespräch zwischen zwei Erwachsenen, bei dem einer mehr Erfahrung mit dem Thema hat.

Ich verkaufe dir auch nichts. Ich bin kein Coach, der dir am Ende ein „Premium-Paket" vorlegt und drei Tage Bedenkzeit gibt. Wenn ich glaube, dass ich helfen kann, sage ich es. Wenn nicht, sage ich auch das, und empfehle dir oft jemanden anderen.

Mein Job ist nicht, jeden Anrufer in einen Kunden zu verwandeln. Mein Job ist, ehrlich einzuschätzen, ob das, was ich mache, zu deinem Thema passt. Sonst verlieren am Ende alle.

Was ich auch nicht tue: dir vorschreiben, was richtig oder falsch ist in deiner Familie. Das ist nicht meine Rolle. Ich höre zu, ich frage nach, ich gebe meine Einschätzung. Entscheiden tust du.

Was am Ende rauskommt

Drei Szenarien sind typisch.

Erstens: Du merkst, du willst loslegen. Dann besprechen wir Termine, Ablauf, Preise und das 21-Tage Programm konkret. Du musst nichts sofort entscheiden, ich schicke dir alles schriftlich nach.

Zweitens: Du brauchst Zeit. Völlig okay. Ich dränge nicht. Manche melden sich nach zwei Tagen, manche nach zwei Monaten, manche gar nicht. Auch das ist eine valide Entscheidung.

Drittens: Ich bin nicht der Richtige. Das passiert. Wenn ich merke, dass hinter dem Thema etwas Tieferes liegt, das wirklich in therapeutische Hände gehört, sage ich das direkt. Hypnose-Coaching ersetzt keinen Psychotherapeuten oder Arzt, und ich tue nicht so, als wäre ich beides.

Warum ich das so mache

Ich habe selbst schon Erstgespräche erlebt, die sich wie Verkaufsgespräche angefühlt haben. Vorbereitete Skripte, Bedarfsweckung, „heute noch buchen für 20 Prozent Rabatt". Das funktioniert vielleicht bei Küchen oder Versicherungen. Bei einem Thema, bei dem es um das Leben deines Kindes oder dein eigenes geht, ist es respektlos.

Deshalb sind 30 Minuten gratis. Deshalb gibt es keinen Druck am Ende. Deshalb sage ich auch Nein, wenn ich Nein meine. Wenn das, was ich anbiete, nicht für dich passt, ist es besser, das in einem halbstündigen Gespräch zu klären als in zehn Sitzungen.

Wann du dich melden solltest

Wenn du oder dein Kind Stunden am Handy verliert und nichts hilft, was du bisher probiert hast. Wenn der Schlaf leidet, die Schule, die Beziehungen, oder einfach die Stimmung. Wenn du das Gefühl hast, dass Reden nicht mehr reicht, aber du auch nicht in eine klassische Therapie willst. Dann ist das Erstgespräch gemacht für genau dich.

Und wenn du dir noch unsicher bist, ob es überhaupt schon „so weit" ist: Mach vorher die Scorecard. Sie ist anonym, dauert zwei Minuten, und sagt dir ehrlich, wo du stehst.

Eine letzte Sache

Viele Eltern fragen mich, ob ihr Kind beim Erstgespräch dabei sein soll. Meine Antwort: Beim ersten Gespräch reicht eine Person. Meistens bist das du als Mama oder Papa, weil dein Kind oft selbst noch nicht versteht, dass es Hilfe braucht. Das ist normal in diesem Alter.

Wenn wir dann tatsächlich zusammenarbeiten, ist das Kind ab Sitzung eins dabei. Vorher mache ich keinen Druck, niemanden zur Therapie oder zum Coaching zu zwingen, der das nicht will. Erzwungene Hypnose funktioniert sowieso nicht. Es muss zumindest eine kleine Bereitschaft da sein, sich selbst zu verändern. Diese Bereitschaft schaffen wir oft erst über Gespräche mit den Eltern.

Also: keine Sorge, wenn dein Sohn oder deine Tochter gerade nichts hören will. Das heisst nicht, dass nichts geht. Es heisst nur, dass der erste Schritt anders aussieht als gedacht.