Wenn Eltern sich das erste Mal bei mir melden, kommt oft die gleiche Frage: „Ist Hypnose nicht gefährlich?“ oder „Kann man da was kaputt machen?“ Ich verstehe das. Die Vorstellung von Hypnose, die die meisten im Kopf haben, kommt aus dem Fernsehen. Schwingende Pendel, Menschen die auf der Bühne plötzlich Hühner imitieren, tiefe Stimmen die irgendwas Mystisches flüstern. Das hat mit meiner Arbeit ungefähr so viel zu tun wie Stuntshows im Actionfilm mit echtem Fahrsicherheitstraining.

Lass mich dir erklären, was ich mit deinem Kind wirklich mache. Und genauso wichtig, was ich nicht mache.

Was Hypnose NICHT ist

Keine Manipulation. Dein Kind bleibt die ganze Zeit ansprechbar, hört alles und kann jederzeit sprechen oder die Übung beenden. Es entscheidet selbst, was es aus einer Sitzung mitnimmt. Passt ein Vorschlag nicht zu ihm, lässt es ihn einfach liegen. So simpel.

Kein Schlaf. Der Begriff „Hypnose“ kommt zwar vom griechischen Wort für Schlaf, aber das ist irreführend. In der Hypnose ist man entspannt und gleichzeitig aufmerksam. Viele sind nach der ersten Sitzung überrascht, wie viel sie mitbekommen haben, und glauben deshalb, gar nicht in Hypnose gewesen zu sein. Das ist völlig normal.

Keine Heilbehandlung. Ich bin Hypnose Coach, weder Arzt noch Psychotherapeut noch Psychologe. Meine Hypnosen dienen der Entspannung und dem Mentaltraining. Ich stelle keine Diagnosen, und sie sind keine Psychotherapie und ersetzen keine. Wenn du bei deinem Kind eine psychische Erkrankung vermutest, etwa eine Depression oder eine Angststörung, oder wenn die Handynutzung den Alltag schon deutlich beeinträchtigt, gehört das zu einer Ärztin, einem Psychotherapeuten oder einer klinischen Psychologin. Anlaufstellen nennt das Österreichische Gesundheitsportal. Mein Coaching richtet sich an psychisch gesunde junge Menschen, die ihren Umgang mit dem Handy freiwillig verändern möchten.

Kein Zaubertrick. Hypnose ist nichts, das mit deinem Kind passiert, während es einfach auf der Couch liegt und nichts tut. Veränderung braucht Mitarbeit. Das 21-Tage-Programm ist kein Wellness-Wochenende, sondern aktive Arbeit: jeden Tag eine kurze Aufgabe im Klienten-Portal, dazu meine persönliche Begleitung per WhatsApp.

Was ich tatsächlich mache

Hypnose ist bei mir eine angeleitete Entspannungsübung mit fokussierter Aufmerksamkeit. Dein Kind lässt sich von meiner Stimme in einen ruhigen Zustand führen und richtet die Aufmerksamkeit nach innen. Vielleicht kennst du das Gefühl, so in ein Buch oder eine Tätigkeit vertieft zu sein, dass die Umgebung in den Hintergrund rückt. Fokussierte Aufmerksamkeit kann sich ähnlich vertraut anfühlen. Ich nutze sie gezielt und strukturiert, für Entspannung und Mentaltraining.

In dieser Ruhe stellt sich dein Kind konkrete Alltagssituationen vor und übt die gewünschte Reaktion in Gedanken, wie bei einem Probelauf. Mit Vorstellungsbildern statt mit platten Sprüchen wie „du willst kein Handy mehr“. Zum Beispiel, wie es sich anfühlt, abends das Handy wegzulegen und entspannt ins Bett zu gehen. Im Gespräch davor und danach frage ich: Welches Bedürfnis erfüllt das Handy gerade? Was fühlt dein Kind kurz bevor es zum Handy greift?

Die Antworten sind oft überraschend. Oft geht es gar nicht um das Handy, sondern um Langeweile, Stress oder den Wunsch, dazuzugehören. Das Handy ist nur der schnellste Weg, damit umzugehen.

Meine Aufgabe ist es, das gemeinsam mit deinem Kind herauszufinden und andere Wege für den Alltag zu finden und einzuüben.

Wie eine Sitzung konkret abläuft

Kennengelernt haben wir uns zu diesem Zeitpunkt schon, bei einem Spaziergang zu zweit, ganz ohne Bildschirm. Im Programm gibt es vier Sitzungen, jede dauert rund 90 Minuten mit Vor- und Nachgespräch. Sie beginnt immer mit einem Gespräch: Ich höre, wie es deinem Kind gerade geht, und beantworte alle Fragen. Ohne Druck.

In der Hypnose selbst sitzt oder liegt dein Kind entspannt, die Trance dauert 45 bis 50 Minuten. Ich führe es mit der Stimme in den Zustand hinein, das dauert etwa drei bis zehn Minuten. Dein Kind kann dabei jederzeit die Augen öffnen, etwas sagen oder die Übung beenden. Danach arbeiten wir mit Techniken, die ich für jede Sitzung passend zu deinem Kind auswähle und vorbereite. Jede übt einen anderen Teil der neuen Gewohnheit.

Am Ende führe ich dein Kind wieder heraus, wir besprechen kurz, was passiert ist. Zwischen den Sitzungen wartet jeden Tag eine kurze Aufgabe im Klienten-Portal, die Rückmeldung spricht dein Kind direkt dort auf oder schreibt sie. Viele beschreiben das Gefühl danach wie nach einem kurzen Mittagsschlaf: entspannt und wach. Und oft überrascht, wie normal sich das Ganze anfühlt.

Warum Üben mehr bringen kann als Verbote allein

Der Griff zum Handy ist oft eine automatische Gewohnheit. Das ist der entscheidende Punkt. Viele Jugendliche wissen ganz genau, dass sie zu viel am Handy sind, und wollen das auch ändern. Aber der gute Vorsatz verliert im Alltag oft gegen den Autopiloten, weil vieles, was wir täglich tun, ohne bewusstes Nachdenken abläuft.

Willenskraft, Verbote, App-Limits, Strafen, das alles setzt beim bewussten Entschluss an. Die Gewohnheit selbst läuft aber oft automatisch. Deshalb reichen Regeln allein häufig nicht aus. Im Hypnose-Coaching verbinde ich Entspannung und mentales Üben mit kleinen täglichen Aufgaben, damit neue Reaktionen im Alltag wiederholt geübt werden. Eine Garantie ist das nicht, es braucht die Mitarbeit deines Kindes. Und es ist keine Behandlung, sondern Coaching.

Was Eltern wissen sollten

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Bei den Sitzungen bist du nicht im Raum: Viele Jugendliche öffnen sich ohne Eltern deutlich mehr. Bei Minderjährigen bist du aber im Haus, und beim Erstgespräch bist du dabei.
  • Einverständnis bei unter 18: Bei Minderjährigen brauche ich deine schriftliche Einverständniserklärung. Das besprechen wir in Ruhe.
  • Dein Kind muss selbst wollen: Wenn es nur geschoben kommt, bringt das wenig. Das erkenne ich im Erstgespräch und sage dir das ehrlich.
  • Keine Heilversprechen: Ich arbeite lösungsorientiert, aber ohne Garantien. Wer das verspricht, ist unseriös.
  • Sichtbarer Verlauf: Dein Kind trägt jeden Tag selbst im Klienten-Portal ein, wie viel Bildschirmzeit es hatte und wie der Tag war. Verglichen wird die Startwoche mit der dritten Woche. Das ist eine Orientierung, kein Erfolgsnachweis. Die Zahlen bekommst du, wenn dein Kind zustimmt, im Eltern-Update an Tag 7, 14 und 21.

Und noch ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Hypnose-Coaching ergibt keinen Sinn, wenn man gegen jemanden arbeitet. Es geht nur gemeinsam mit deinem Kind. Deshalb beginnt bei mir alles mit einem Gespräch und einem ehrlichen Check, ob das gerade der richtige Weg ist.

Wenn du nach dem Artikel das Gefühl hast, dass das für dein Kind passen könnte, ist der nächste Schritt klein und kostet nichts. Unser Selbsttest gibt dir in zwei Minuten eine erste Orientierung, ganz ohne Diagnose. Danach entscheiden wir gemeinsam, ob ein Erstgespräch Sinn macht.